Infrastrukturelle Stärkung der Kleinen Ritterburg

Projekt I: Aufstockung der Begegnungsstätte „Kleine Ritterburg“

Ausgangslage: Nestwärme e.V. betreibt an seinem Standort Ritterstraße 35/36 ein Familienzentrum, eine Kita sowie eine Kinderfreizeitstätte. Durch das Zusammenwirken dieser Einrichtungen intendiert der Träger, die Kinder von der Geburt bis zum 13. Lebensjahr begleiten und somit eine konstante Beziehung gewährleisten zu können. Ein Schwerpunkt hierbei ist die Einbeziehung der Eltern in den Bildungsprozess ihrer Kinder, denn nur durch das Selbstverständnis der Eltern als Bildungsbegleiter kann eine nachhaltige und ganzheitliche Unterstützung der Kinder geschaffen werden. Dieser Grundsatz findet sich auch in dem Early-Excellence-Ansatz wieder, nach dem der Träger und seine Einrichtungen seit 2009 arbeiten. Seit April 2013 hat sich die Kleine Ritterburg zu einem Treffpunkt für die gesamte Familie entwickelt. Täglich kommt eine Vielzahl an Familien mit Kindern zwischen 0 und 13 Jahren, Kitagruppen, der Hort und Tagesmütter. Neben Müttern besuchen auch viele Väter, Großeltern und Familienfreunde die Kleine Ritterburg. Selbstorganisiert und ggf. begleitet durch eine päd. Fachkraft wird so gemeinsam gekocht, gebastelt, gehandwerkelt und Sport gemacht. Nach 18.00 Uhr übernehmen die Familien abwechselnd die Verantwortung für die Kleine Ritterburg und halten ehrenamtlich bis 20.00 Uhr den Garten und die Toiletten offen.

Die Kleine Ritterburg ist eine Kinderfreizeitstätte für Grundschulkinder. Durch die enge Kooperation mit dem Familienzentrum und die Öffnung der Kleinen Ritterburg in den Sozialraum wurde jedoch sehr schnell deutlich, dass der Bedarf in der Nachbarschaft nicht dieser alleinigen Zielsetzung entspricht und die Kinder nur gemeinsam mit ihren Eltern zu erreichen sind. Hierbei hat sich gezeigt, dass die Offenheit und Niederschwelligkeit der Ritterburg insbesondere „schwer erreichbare“ Familien ansprechen und diese sehr positiv auf die sozialpädagogische Begleitung reagieren und die Unterstützungsmöglichkeit sehr oft in Anspruch nehmen. Neben der niedrigschwelligen Beratung, konnten viele in Angebote des Familienzentrums, insbesondere den Bereich „Frühe Hilfen“, weitervermittelt werden. Darüber hinaus wird die „Kleine Ritterburg“ als ein wichtiger Bestandteil des nachbarschaftlichen Zusammenlebens gesehen, da diese Begegnungsstätte für die Familien und andere Nachbarn eine geschützte Rückzugsmöglichkeit bietet. Das naheliegende Kottbusser Tor mit seiner Drogenproblematik und dem Konsum, teilweise auf den angrenzenden Spielflächen, machen einen teiloffenen Raum wie die „Kleine Ritterburg“ umso wichtiger.

Ziele

  • Gewinnung einer Fläche von 100 qm für die Familien und Kinder der Kita.

  • Gewinnung einer Ressource im Erdgeschoß, der den Familien einen Ort bietet, in dem sich treffen, austauschen sowie vernetzen können und an dem sie sozialpädagogisch begleitet und eine kontinuierliche Beziehungsarbeit stattfindet.

  • Gewinnung eines adäquaten „erwachsenenfreien“ Ort für die Grundschulkinder mit einem Kreativ- und Experimentier- und Bewegungsbereich.

  • Schaffung eines Bereiches als Rückzugsmöglichkeit für Schulaufgaben und für persönliche (Beratungs-)gespräche sowie medienpädagogische Begleitung.

  • Schaffung von Möglichkeiten, neben der offenen Arbeit auch die seit langem notwendigen zielgruppenspezifischen Angebote (bspw. für Kinder des benachbarten Flüchtlingsheims oder Mädchen-/Jungengruppen) umzusetzen.

  • Schaffung von Möglichkeiten zur weiteren Einbindung von mehr „Besucher*innen“, insb. für den Bereich der Grundschulkinder, in dem bisher wegen des Platzmangels der Bedarf kaum gedeckt werden konnte

Maßnahme: Aufstockung des Gebäudes (Bau einer 2. Etage, Bruttogeschossfläche 218 qm).

Träger
Nestwärme e.V.
Dauer
2016/17
Fördersumme
483.750,00 €

Förderung aus dem Baufonds PJ 2016

Projekt II: Infrastrukturausstattung für den Außenbereich der Kleinen Ritterburg

Ausgangslage: Der Garten der „Kleinen Ritterburg“ wird ehrenamtlich von der Nachbarschaft mitbetrieben und bietet einen festen und regelmäßigen Treffpunkt fpür die Bewohner*innen. Hier können die Nachbar*innen sich austauschen, vernetzen und sich in die Gestaltung der Angebote miteinbringen. Die Maßnahme wird dazu beitragen, dass der Außenbereich nicht nur einladender, sondern auch sicherer wird. So kann die Nachbarschaft weiter gestärkt und mehr Bewohner/innen für die zahlreichen Angebote aktiviert werden. Im hinteren Bereich des Gartens gibt es ein Fußballfeld und eine große freie Fläche. Dort treffen sich regelmäßig die Bewohner des Kiezes und nutzen diesen Garten zum Beisammensein und für verschiedene Aktivitäten. Der Garten wird zum Teil ehrenamtlich von den Menschen offen gehalten. Zudem gibt es um die Einrichtung herum keine Spielflächen, die sich in einem geschützten Raum befinden. Im Garten der „Kleinen Ritterburg“ können die Familien (Nachbarn) ungestört beieinander sein.

Zum einen ist ein immenser Handlungsbedarf bei der Erhöhung des Zauns am Fußballplatz vorhanden. Der Zaun ist zu niedrig, sodass die Kinder beim Spielen mit dem Ball diesen häufig über den Zaun auf die Alexandrinenstraße schießen. Um den Ball wieder zu holen, verlassen die Kinder das Gelände und somit den geschützten Bereich. Die Sicherheit der Kinder ist somit nicht gewährleistet. Des Weiteren gibt es im hinteren Bereich des Gartens – auch dort, wo der Fußballplatz ist – keine ausreichenden Sitzmöglichkeiten. Hier ist es sinnvoll, Sitzmöglichkeiten zu schaffen, sodass die Familien eine bessere Möglichkeit haben am Spiel der Kinder teilzunehmen und besser an den Lernfortschritten ihrer Kinder teilhaben können.

Ebenso ist die Maßnahme notwendig, um den steigenden Besucherzahlen und der Bewegungsfreude der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden.

Ziele

Schaffung eines geschützteren Raums im Außenbereich für die Anchbarschaft und Kinder, in dem sie sich ausleben und frei spielen können Stärkung der Bewohner*innen durch Schaffung von Möglichkeiten der Integration, Vernetzung und Partizipation am Leben in der Nachbarschaft Schaffung eines Raumes für die Menschen in der „Kleinen Ritterburg“, damit sie ihren oft zu engen Wohnverhältnissen entfliehen können -- dies gilt unter anderem auch für die Menschen mit einem Fluchthintergrund

Maßnahme Durch die Erhöhung des Zauns am Fußballplatz soll die Sicherheit der Kinder verbessert werden. Ferner werden Sitzgruppen, die aus insgesamt mindestens 4 Bänken und 2 Tischen bestehen (Bank-Tisch-Kombinationen), im Außenbereich für die Bewohner*innen aufgestellt, um den Außenbereich zu einem Ort der Begegnung und des Austasuches der Nachbarschaft zu machen.

Träger
Nestwärme e.V.
Projektzeitraum:
2018
Fördersumme:
20.000,00 €

Förderung aus dem Projektfonds PJ 2016

Projekt III: Nachbarschaftsarbeit in der Kleinen Ritterburg

Ausgangslage: Die „Kleine Ritterburg“ ist eine Kinderfreizeitstätte für Kinder im Alter von 7-14 Jahren. Durch die enge Kooperation mit dem Familienzentrum Ritterburg und die Öffnung der „Kleinen Ritterburg“ in den Sozialraum wurde sehr schnell deutlich, dass der Bedarf in der Nachbarschaft nach einem Ort des Zusammenkommens und Austasuches groß ist und dass die Kinder nur gemeinsam mit ihren Eltern und der Nachbarschaft zu erreichen sind. Durch ihre Offenheit und Niedrigschwelligkeit gelingt es den Mitarbeiter*innen der Ritterburg insbesondere „schwer erreichbare“ Familien anzusprechen und sie – bei Bedarf -- auch sozialpädagogisch zu begleiten.

Entsprechend hat sich die „Kleine Ritterburg“ seit April 2013 zu einem Treffpunkt für die gesamte Nachbarschaft entwickelt. Täglich kommen eine Vielzahl an Familien mit Kindern zwischen 0 und 13 Jahren aus der Kita, dem Hort, der Schule sowie Kidenr, die von tagesmüttern betreut werden.

Die Öffnungszeiten, vor allem die des Nachbarschaftsgartens der „Kleinen Ritterburg“, werden durch das ehrenamtliche Engagement der Nachbarschaft garantiert. Die täglich wechselnden Freizeitangebote werden auch oftmals von den Nachbar*innen durchgeführt. Gezeigt hat sich, dass der „Familiengarten“ von großer Bedeutung für die Arbeit der „Kleinen Ritterburg“ ist, da er für die Nachbarschaft ein niedrigschwelliges Angebot ist. Vor allem aber über die Kinder, die eine Brücke zur Einrichtung sind, gelingt es, die Nachbar*innen zu erreichen und sie in die Angebote der Einrichtung einzubinden. Dabei sind eine akzeptierende und wertschätzende Haltung sowie der Beziehungsaufbau meist wichtiger als ein Sachprogramm.

Die Hauptaufgaben der „Kleine Ritterburg“ liegen im Rahmen ihrer Nachbarschaftsarbeit vor allem in

  • der Vernetzung der Eltern untereinander und mit den Mitarbeiter*innen der „Kleinen Ritterburg“ und des Familienzentrums

  • dem Vertrauens- und Beziehungsaufbau und der Stärkung des Sozialkapitals

  • der niedrigschwelligen Beratung und Vermittlung in weitere Angebote (bspw. Beratung des MGH Wassertor 48 e.V. und Kleinkind- und Sprachförderkurse des Familienzentrums)

  • der Bereitstellung von Ressourcen / Raum für Partizipation (Konzipierung von Angeboten/ Gestaltung der Räume)

  • den offenen und kostenfreien Angeboten

  • der Bedarfsanalyse und Evaluation

  • der Vernetzung in den Sozialraum

  • der Konzipierung von Angeboten, die die Beteiligung fördern

Ziele

Stärkung der Kleine Ritterburg als Anlaufpunkt des Austausches und der Vernetzung für alle Gebietsbewohner*innen Förderung der Beteiligung der Bewohner*innen und Unterstützung in ihren Ideen für das Quartier Gestaltung eines wetterunabhängiges, attraktives Freizeit-, Mitmach- und Unterstützungsangebot mit den Bewohner*innen Initiierung von sowohl räumlichen als auch inhaltlich abgegrenzten Angeboten für Kindern und Schaffung eines Veranstaltungsortes für die Nachbarschaft, an dem sich treffen, den sie aber auch für Nachbarschaftsfeiern nutzen können

Maßnahme

Zur Gewährleistung einer qualifizierten Umsetzung der oben genannten Aufgabenbereiche ist eine Fachkraft mit 26 Stunden die Woche eingestellt, die mit der pädagogischen Arbeit mit Familien betraut ist. Je nach Bedarf werden Angebote initiiert und umgesetzt, aber auch die Nachbar*innen angeleitet und dabei unterstützt, die Angeboten sowohl inhaltlich als auch praktisch zu realisieren. Vor allem die Beziehungsarbeit soll zur Aufrechterhaltung der Nachbarschaftsarbeit führen – daher ist es wichtig, dass diese kontinuierlich und dauerhaft durchgeführt wird.

Träger
Nestwärme e.V.
Projektzeitraum:
2016/17
Fördersumme:
44.992,64 €

Förderung aus dem Projektfonds PJ 2015

Kontakt
Nestwärme, Verein zur Betreuung und Beratung von AIDS-betroffenen Familien, Kindern und Jugendlichen e.V.
Ritterstraße 35
10969 Berlin
Tel: 030 / 247 290 98
Fax: 030 / 247 290 99
E-Mail: info@nestwaerme-berlin.de