Was ist das "Quartiersmanagement"?

Bauten am Böcklerpark

Bauten am Böcklerpark

Aufgaben und Ziele

Das Quartiersmanagement (QM) arbeitet im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und des Bezirks, um Stadtteile zu stabilisieren, denen droht, von der gesamtstädtischen Entwicklung abgehängt zu werden. Das QM-Gebiet Wassertorplatz ist eines von über 30 Quartieren mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf in Berlin. Damit solche Quartiere ihr Potenzial entwickeln können, werden die Bewohner*innen und lokale Akteure in die Gebietsentwicklung eingebunden. Maßnahmen werden auf der Basis partnerschaftlichen Austauschs in die Wege geleitet

Übergeordnetes Ziel von QM ist die Verbesserung der Lebensbedingungen in benachteiligten Stadtvierteln. Dazu werden etwa soziale Maßnahmen und bauliche Weiterentwicklungen finanziell unterstützt und Einrichtungen im Gebiet gestärkt. Das QM unterstützt und fördert Prozesse, die auf die Entwicklung solidarischer Nachbarschaften, ein lebenswertes Wohnumfeld und gute Teilhabechancen für alle abzielen.

Welche Projekte fördert das QM?

Gefördert werden nachhaltig wirkende, strukturfördernde Maßnahmen, mit denen die Ziele erreicht werden, die zuvor gemeinsam mit Bewohner*innen, Einrichtungen und Vereinen des Gebietes abgestimmt wurden. Über den Projektfonds werden Projekte ab 5.000 Euro mit meistens mehrjähriger Laufzeit gefördert.

Außerdem steht jedem QM-Gebiet jährlich ein Aktionsfonds zur Verfügung. Mit bis zu 1.500 Euro pro Aktion werden damit Kosten für ehrenamtlich durchgeführte Events und Maßnahmen übernommen, die dem Kiez zugutekommen. Bewohner*innen und Kiezakteure können Anträge stellen, über die eine aus Bewohner*innen bestehende Aktionsfondsjury entscheidet.

Woher kommen die Gelder für QM-Projekte?

Für die Projekte des QM stehen Mitteln aus dem Bund-Länder-Programm Soziale Stadt sowie EU-Mittel zur Verfügung (Förderfonds).

Das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt – Investitionen im Quartier" wurde im Jahr 1999 mit dem Ziel gestartet, die „Abwärtsspirale“ in benachteiligten Stadtteilen aufzuhalten und die Lebensbedingungen vor Ort umfassend zu verbessern. Es ist vorrangiges Ziel, in den betreffenden Quartieren den sozialen Zusammenhalt und die Integration aller Bevölkerungsgruppen zu verbessern.

Kleinräumige Segregation führt seit den 1990er Jahren in vielen Städten zu selektiven Auf- und Abwertungen von Wohngebieten und damit auch zur Herausbildung benachteiligter Stadtteile. Diese sind meist durch komplexe Problemlagen in den Bereichen Städtebau und Umwelt, infrastrukturelle Ausstattung, lokale Ökonomie, Soziales, Integration und nachbarschaftliches Zusammenleben sowie Imagebildung charakterisiert. Das Programm "Soziale Stadt" reagiert darauf mit einem integrierten Ansatz der umfassenden Quartiersentwicklung.

Mit dem Instrument Quartiersmanagement (QM) setzt der Senat seit 1999 das Programm um, seit 2016 werden 37 QM-Gebiete mit unterschiedlicher Intensität unterstützt. Die QM-Teams sind Beauftragte der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen in Abstimmung mit den jeweiligen Bezirksämtern. Zu ihren wesentlichen Aufgaben gehören das Vernetzen unterschiedlicher Interessengruppen, die Schaffung von Kooperationen zwischen Institutionen, Initiativen, Unternehmen und Wohnungsbaugesellschaften, das Initiieren strukturfördernder Projekte sowie das Berichten über Entwicklungen im Quartier. Eine zentrale Aufgabe ist das Einbinden der Bewohner*innen in Entscheidungsprozesse und das Stärken deren bürgerschaftlichen Engagements. Dies geschieht in der Praxis durch die Mitarbeit in Bürger*innengremien (Quartiersrat und Aktionsfondsjury) und durch die Quartiersfonds.

Wer entscheidet über die Projekte und Gelder?

Jede*r kann sich einbringen. Bewohner*innen und Vertreter*innen von Einrichtungen und Vereinen können im Quartiersrat ihr Wissen und ihre Ideen zur Entwicklung des Quartiers einbringen. Sie bestimmen mit, welche nachhaltigen Projekte zur Stärkung des Gebietes umgesetzt werden. In der Aktionsfondsjury, die nur aus Bewohner*innen besteht, wird über Maßnahmen bis 1.500 Euro entschieden.

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Mehr Infos unter

...oder im Vor-Ort-Büro in der Bergfriedstraße 22, 10969 Berlin